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Trauerbegleitung

Trauerarbeit zu leisten, ist eine Aufgabe aller Hinterbliebenen. Dabei müssen Trauernde sich zur Verarbeitung ihres Verlustes mit ihren Gefühlen auseinandersetzen. Geschieht diese Auseinandersetzung nicht, kann das für den Trauernden gefährlich werden. Denn bleibt Trauer unverarbeitet, vergrößert sich das Risiko einer Fehlanpassung an die veränderte Lebenssituation. Neurosen und Depressionen können dann die Folgen sein. Trotz zunehmender Differenzierung und Forschung gehen nach wie vor viele Therapieprogramme davon aus, dass pathologisch gewordene Trauer die Folge einer nicht oder nur unvollständig geleisteten Trauerarbeit ist.

Trauernde brauchen Zuhörer

Eigene Gefühle angesichts des Todes eines nahen Angehörigen gegenüber Dritten auszudrücken, ist keine unmittelbare Voraussetzung für gute Trauerarbeit. Allerdings ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass zwischen dem „Darüber sprechen“ und der „Trauerarbeit“ ein enger Zusammenhang besteht. Manchen Menschen gelingt die Auseinandersetzung mit ihrer Trauer sogar nur über das Gespräch. Erst wenn sie mit anderen sprechen, verstehen sie ihre neue Situation und können auf diesem Weg ihre Trauer verarbeiten. Trauerbegleitung und Trauertherapie helfen den Trauernden, sich der Auseinandersetzung mit dem erlittenen Verlust zu stellen. Das Ziel ist dabei nicht, von der Trauer zu befreien, sondern zu helfen, den Verlust gut und möglichst ganzheitlich zu betrauern. Das Wort „abtrauern“ klingt vielleicht etwas befremdlich, beschreibt aber dennoch zutreffend das Ziel von Trauerbegleitung.

Professionelle Trauerbegleitung

Inzwischen gibt es wissenschaftlich fundierte Studien zur Trauer und ihrer Verarbeitung. Eine der umfangreichsten ist die Tübinger Längsschnittstudie der Verwitwung. Darin wurde eine Gruppe von verwitweten Männern und Frauen über einen Zeitraum von zwei Jahren nach dem Tod des Partners mehrmals befragt. Ihre Angaben zum eigenen Befinden wurden mit denen von nach Alter, Geschlecht, Kinderzahl und sozialem Status vergleichbaren Verheirateten verglichen. Im Hinblick auf professionelle Trauerbegleitung kommt die Studie zu folgendem Ergebnis: Sie hilft insbesondere den Trauernden, denen ein wirklicher Gesprächspartner fehlt.

In einer Gesellschaft, in der Vereinsamung und soziale Kälte zunehmend beklagt werden, wird der Bedarf an professioneller Hilfe bei der Trauerarbeit sicherlich wachsen.

Empathie – Kernkompetenz des Trauerbegleiters

Das in seinem Ursprung griechische Wort Empathie kann zutreffend mit Einfühlungsvermögen übersetzt werden. Der professionelle Trauerbegleiter sollte unbedingt über diese Gabe verfügen. Mit ihrer Hilfe kann er den Trauernden und seine Gefühle wahrnehmen. Dabei werden im Bewusstsein des Trauerbegleiters die Situation und das Gefühlsleben des Trauernden gegenwärtig, gewissermaßen im Modell abgebildet. Aus diesem Bewusstsein heraus kann der Trauerbegleiter den Trauernden ganz persönlich beraten. Mit dieser Unterstützung kann der Trauernde die richtigen Schritte in der Trauerarbeit dann gehen, wenn er innerlich die Kraft dafür hat.